Hass

Eigentlich war ich immer der Meinung Ausdrücke wie “Hass” nicht benutzen zu wollen.
Das Wort ist für mich einfach übertrieben. Es gibt eigentlich nichts, oder es sollte zumindest nichts geben, was man hasst. Etwas nicht zu mögen oder nicht ab zu können ist okay, aber etwas zu hassen ist in meinen Augen einfach Aggressiv und nicht erstrebenswert. Genau wie etwas oder jemand für mich nicht hässlich sein kann, weil Geschmäcker verschieden sind.

Trotzdem ist der Ausdruck “etwas zu hassen” mittlerweile in meinem Sprachschatz angekommen. Irgendwie hat es sich ganz unbemerkt eingeschlichen in der Zeit in der ich meine Ausbildung mache.

So habe ich heute morgen bemerkt, dass ich in diesem Ort in dem ich meine Ausbildung bestreite so einiges hasse;
Da wären zum einen die schlechte Busverbindung von Bremen aus, sowie die unpünktlichkeit der Busse.
Ich hasse es 15 bis 40 Minuten auf den Bus warten zu müssen und alle hier in Oyten nehmen das anscheinend als selbstverständlichkeit hin. Ohne jedwede Behinderung auf den Straßen ist die Verspätung die Regel.

Zum anderen Hasse ich den Streu- und Räumdienst hier. In Bremen sind nicht nur alle Straßen, sondern auch alle wichtigen Fahrradwege frei von Schnee und Eis. Zumindest so, dass man innerhalb Bremens mit dem Rad vorran kommt.
Aber kaum passiert man das Bremer Ortsschild, schon beginnt das Chaos.
Zentimeter hoher Schnee lässt das Radfahren gerade zu einer Schlitterpartie werden, die die Fahrt um gut 10 Minuten pro Kilometer verlängert. Dabei sollte man annehmen, dass das räumen einiger weniger Straßen in Oyten schneller von statten geht als in Bremen.

Hass bringe ich außerdem den Rentnerpaaren entgegen die schon morgens um kurz nach acht Uhr in der nahe gelegenen Fleischerei sitzen und ein Mettbrötchen essen.
Die Fleischereiangestellten, die Pakete bei uns verschicken die so stark nach Fleisch riechen als hätte man den Karton mitsamt Inhalt geräuchert hasse ich auch. X-maliges Händewaschen bringt da rein gar nichts. Als Vegetarier ist das besonders angenehm.
Und um nochmal auf die Rentnerpaare zurück zu kommen: Warum kaufen diese immer in meiner Mittagspause den Lebensmittelvorrat für die nächsten Monate ein?
Kaum ist es 13Uhr scheinen alle Einwohner über 65 den Drang zu verspüren ihren Schrank aufzufüllen.
Das bedeutet für mich natürlich, dass ich wertvolle freie Minuten meiner Pause in der Schlange der Supermarktkasse verschwende, während Oma Müllermeierschulz ihre Centstücke aus dem Portmonee kramt.

Im übrigen hasse ich auch die neue Schreibweise vom guten alten Portemonaie.

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Kommentare: : 1 Kommentar »

1 Response to “Hass”


  1. 1 Annika Jan 15th, 2010 at 10:11

    GROßARTIG Herr Deters ;-)

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