Schon des öfteren habe ich beobachtet, dass hier und da ein paar alte Schuhe in Leitungen über den Straßen hingen. Ich habe mich gefragt was diese Art der Stadtverschönerung zu bedeuten habe, aber habe mich nicht weitergehend damit beschäftigt.
Nachdem ich, etwa anfang 2009, beim zappen im MusikSender MTV ein paar Hampelmänner gesehen habe die sich am rappen versuchten, war für mich klar: das ganze kommt aus der Hip-Hop-Szene. Aus der Bronx oder wasauchimmer.
Gesucht wurde in der Sendung eine “Hip-Hop-Crew”; und schied eine(r) aus wurden dessen Schuhe über eine Hochleitung geworfen.
Danach “liefen” mir immer öfter diese fliegenden Schuhe über den Weg.
Jetzt, da genau vor meiner Haustür, ein paar Sneakers den Weg auf eine Leitung der Straßenbahn gefunden haben ist es an der Zeit sich genauer mit dem “Shoe tossing” zu beschäftigen.
[Shoefiti in Bremen, Viertel, Feb. 2010]
Beim Shoefiti – eine Wortschöpfung aus [engl.] Shoe und Grafitti – werden also ausgelatschte Treter an Straßen- und Telefonleitungen oder Bäumen aufgehängt.
Hierbei werden die Schnürsenkel des Schuhpaares zusammengebunden und das Wurfgeschoss kann so mit einem geschickten Wurf befestigt werden.
Woher das Shoe Tossing stammt ist unklar. Einerseits wird gesagt, dass das Anbringen von Schuhen den Mord eines Gangmitglieds symbolisiert. Andererseits sei ein Sneaker vor dem Haus das Zeichen für einen Heroin-dealer. Hierbei entspräche der Wert des Schuhs der Macht des Dealers.
Diese beiden Varianten werden aber weithin als “Urban Legend” abgetan.
Andere Vermutungen legen das Feiern von Schulabgängern und das Abrüsten von Soldaten (Stiefel) nah. In Schottland soll der hängende Schuh ein weithin sichtbares Zeichen dafür sein, dass ein junger Mann seine Unschuld verlor.
Wie auch immer das Schuhwerfen anfing; es dringt immer weiter in den öffentlichen Raum der Großstädte ein. Shoefiti wurde bisher in mehr als zwanzig Staaten beobachtet und scheint eine weiterführende Konsequenz von Grafitti und Streetart zu sein, welche – laut Jugendkulturforschern – nicht mehr die gewünschte Aufmerksamkeit erregen kann.
Interessant ist das ganze also alles in allem, aber wird es noch viel populärer werden?
Für mich erscheint das Shoefiti eine etwas einseitige Ausdrucksform zu sein die, gerade im Gegensatz zu Streetart und Grafitti, auch zu zufällig wirkt.
Nur durch großflächige Installationen wie die sogenannten “Shoe trees” oder in zusammenwirken mit anderen Elementen (wie dem Solar Street light kit von “lost values“) kann Shoefiti langfristig interessant bleiben.
Ich bin jedenfalls gespannt ob Shoefiti noch populärer wird und ich eventuell auch in Bremen bald neue Installationen finde.
Weiterführende Links:
- Sammlung von Bildern, Erklärungen und Presseartikeln seit September 2005:Shoefiti.com
- “Der etwas andere Schuhtick“, Ein Hörbeitrag von mephisto 97.6



juhu, ein außerordentlich interessanter beitrag
schöne schuhfotos^^
liebe grüße da lass,
maylin
ja spannende Sache das mit den Schuhen. Kommt auch öfter in Filmen vor wie z.b. “Big fish”
…hängen bei der Schauburg nicht auch noch welche?
Liebste grüße
Anna