Um 00:10Uhr MEZ betreten H. (Person A), D. (Person B), T. (Person C), L. (Person D) und J. (Person E) die �?rtlichkeit, in der in kurzer Zeit ein besonderer Anflug von Kreativität und Schaffenskraft eine neuartige Errungenschaft im Lutschersektor hervorbringen wird, die “Ewige Lampe”.
Person A – E bestellen sich Kakao. A ohne B – E mit Sahne zu je 1,50�?� bzw. 1,80�?�.
Es wird nicht besonders viel geredet, das schlürfen des Kakaos ist die oberste dB-Grenze wenn man von der Maria Berg-Musik absieht die in Ohrenzerfetzender Lautstärke aus den Boxen pocht und kratzt. Sie übertönt die angetrunkene Gesellschaft unten die, obwohl nicht textsicher, mitgröhlt. Gespräche sind wohl auch deshalb schwer zu führen.
Person B kippt, nach etwas halbherzigen Versuchen von Person A die Stimmung zu heben, den Zucker, den es zum Kakao gab, mit den Worten “Karamellisieren!” in ein Teelicht, welches von Person C vor nur wenigen Sekunden entzündet wurde. Es erlischt auf der Stelle.
Es wird sogleich festgestellt, dass dieser Vorgang des Karamellisierens nicht den üblichen Standards entspricht und nicht zum gewünschten Erfolg führen kann.
Person C spricht sich für die Methode “Heroin” aus. Ein Löffel, den es zum Kakao gab, und ein Feuerzeug bringen vorerst das beste Ergebnis. Bei Temperaturen von 135°C bis 160°C erzeugt das Team mit dem Zucker einen reinen Bruch. Sie haben Karamell erzeugt. Der Nachteil ist das starke verru�?en der Löffelunterseite, die damit verbundene Verschmutzung der Handflächen und Verletzungsgefahr des Daumens, durch Hitzeentwicklung am Feuerzeugrad, von Person C.
Person A entdeckt diese Nachteile noch während des Produktionsvorganges und biegt aus dem Draht eines “CDU”-Luftballons eine Spirale. Befestigt mit einem Bierdeckel und unter Anleitung von Person D entsteht eine Funktionstüchtige Halterung für einen Hochofen. Unter die Halterung wird ein Teelicht platziert. Darüber wird der Aluminiumbecher eines Teelichts, nach vorheriger Entnahme des Paraffins, in die Drahtbefestigung gesteckt. Da die Aluminiumbecher der Teelichte für ihre gute Wärmeleitfähigkeit bekannt sind verflüssigt sich der Zucker schneller als bei der zuvor benutzen Technik. Das Team hat es geschafft. Durch die neuen technischen Vorteile des Hochofens ist ein hochwertiges Produkt entstanden. Bei Temperaturen um geschätzte 180°C bis 200°C hat sich der wei�?e Rohstoff (Edukt: Zucker) in feinsten goldbraunen Karamell verwandelt. Person A wird zum Maschinisten erklärt.
Person B benutzt einen Löffel zum umrühren der klebrigen Masse. Person A bricht aus dem Mast der Papierfahnen, welche zum Oktoberfest aufgestellt wurden, einen Halm der sich zum umrühren der Masse gut eignet. Darüber hinaus ist er länger und ist hohl. Durch den hohlen Schaft des Halms kann der Karamell via Luftzufuhr mit dem Mund abgekühlt werden. Es misslingt jedoch durch gleichzeitiges drehen und stärkeres Pusten, ähnlich wie bei der Glasbläserei, eine dünnwandige Hohlkugel herzustellen. Durch das drehen entsteht jedoch ein Nebenprodukt. Ein Lutscher!
Zu spät bemerken alle beteiligten, dass Schutzkleidung von nöten ist. Person A verbrennt sich durch herabtropfenden Karamell den kleinen Finger. Am späteren Abend werden, nach mehreren weiteren Verletzungen, meist Verbrennungen leichten bis mittelschweren Grades, vereinbarungen getroffen beim nächsten Treffen Schutzbrille und Handschuhe zu tragen.
Person E geht.
Person A bis D verkünden die, durch die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit, entstandene Extrastunde in die Produktion von Lollis zu investieren.
Durch ständige Zugabe von Zucker und gleichzeitigem drehen des Stiels im Karamell wird bald ein gro�?er Lutscher gewonnen. Er hat die grö�?e eines handelsüblichen Lollis wird aber, wegen Unförmigkeit und leichten schwarzen Mamorierungen, obwohl Teelichte nicht ru�?en sollen, zum Prototypen erklärt.
Die soeben gegründete Firma “Brauner” nimmt mit dem Markenprodukt “Brauner Lutscher” und “Brauner Karamell” an Fahrt auf. Person B wird zum Firmenleiter, Person C zum Marketingexperten und Person D zu irgendwie allem erklärt. Au�?erdem sind die Grenzen flie�?end.
Person D faltet aus Oktoberfest-fähnchen wei�?-blaue Papierhüllen für die Lutscher. Diese Verpackung soll dem Kunden ins Auge stechen.
Durch ständige Angst vor dem Inhaber des Produktionsortes, dessen Erlaubnis das Team nicht vor Produktionsbeginn eingeholt hat, muss die Arbeit mehrere male unterbrochen werden.
Bis zum Ende des Arbeitstages, kurz vor 3:00Uhr, sind drei Lutscher entstanden. Ein Prototyp und zwei mehr oder weniger dreieckige Lollis, welche durch revolutionäre Gu�?form-nutzung enstand.
Die Produkte und der Hochofen werden von Person B in der Deko des Standortes versteckt.
Das Team bemerkt, dass die Arbeitsfläche stark verunreinigt ist. Da Person D mit Gaffa-Tape und einem Taschenmesser ausgestattet ist, ist es ein leichtes für das eingespielte Team einen Kubus mit den Kantenlängen einer Bierdeckelbreite zu erstellen. Aus insgesamt zwölf Bierdeckeln wird ein anmutiger Würfel gebaut. In dessen Inneren befinden sich die Abfallprodukte der Industriellen Herstellung von “Brauners Karamell”. Mehrere zerfetzte und verru�?te Bierdeckel, Plastikstücke, Fahnen, Teelichte und ein mittlerweile schwarzer Löffel.
Kurz vor Fertigstellung des Würfels betritt die Besitzerin der �?rtlichkeit den Produktionsraum. Person B schaltet schnell und bittet um Erlaubnis den kunstvoll gefertigten Würfel, der keinerlei Hinweise auf den Inhalt gibt, in die Deko zu stellen, als Erinnerung an den Besuch des Chemiker-Teams.
Kurz vor der Heimreise beschlie�?en Person A, B, C und Person D das nächste mal eine Schatzkarte unter die Arbeitsfläche zu kleben.
Von drau�?en kann man durchs Fenster im schwachen Licht der Kneipe einen Würfel sehen. Hergestellt aus Jever-Bierdeckeln.
0 Responses to “Wie man sich amüsiert”